Lisette Rytz-Dick (1771-1848)

 

Einzig die vielfachen Aufforderungen von Freunden und Bekannten konnten mich bewegen, diese Anleitung zum Kochen und Zubereiten der Speisen für angehende, in der Küche noch unerfahrene, junge Hausfrauen niederzuschreiben.» So beginnt das Vorwort des «Neuen Berner Kochbuches» von Lisette Rytz, geschrieben in Bern im November 1834. Schon im ersten Satz wird damit klar, warum und für wen die Rezeptsammlung zusammengestellt wurde. Wer war die Autorin, deren Vorname in den zahlreichen Auflagen ihres Kochbuches jeweils nur abgekürzt mit einem L. auftaucht?

 

 

Julie-Elisabeth Rytz-Dick, genannt Lisette, stammt aus einer alten Berner Familie. Ihre Eltern waren Marianne von Graffenried und Johann Jakob Dick. Der Vater, Pfarrer in Spiez und Bolligen (BE), arbeitete auch als Hauslehrer und Botaniker. Er unterrichtete in Roche (VD) die Kinder des berühmten Berner Universalgelehrten Albrecht von Haller und bereiste in dessen Auftrag als «Pflanzenjäger» Graubünden. In dieser angesehenen und gebildeten Familie kam 1771 Lisette zur Welt. Sie wuchs mit zwei Schwestern auf.